Fragen an die Kandidaten
Die Große Kreisstadt Mühlacker schrumpft. Was wären Ihre Ansätze, um den Einwohnerschwund zu stoppen?
Es muss was getan werden! Wir müssen im begrenzten Rahmen neue Wohngebiete in der Stadt und seinen Stadtteilen ausweisen. Dabei dürfen wir nichts übertriebenes planen. Unsere Flächen sind unser Kapital und mit der Natur muss sorgsam umgegangen werden. Dennoch müssen wir die Innenentwicklung verstärken (Schuler-Areal, Kanneareal). Ebenso brauchen unsere Stadtteile, wenn wir dort beispielsweise unsere Grundschulen halten wollen, Flächen um sich entwickeln zu können. Junge Familien müssen in ihren Teilorten bleiben und bauen können. Das selbe gilt für Mühlacker und Dürrmenz. Hinzu kommt, dass wir in Dürrmenz Flächen bereits im städtischen Besitz haben, also schnell gehandelt werden kann.
Um neue Einwohner und neue Firmen anzulocken: Wie viele neue Flächen für Gewerbe und Wohnen braucht es – und wo?
Wie gesagt wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten in der gesamten Stadt mit ihren Stadtteilen. Wichtig sind dabei vor allem Mühlhausen und Großglattbach, sowie Dürrmenz und Mühlacker mit dem Aischbühl und dann am Sendehang-Ost. Gewerbeflächen sind in Mühlacker inzwischen auch rar. Industriebrachen gibt es kaum bis gar nicht. Deshalb muss mit der Geschäftsleitung der Ziegelwerke gesprochen werden, inwieweit die dortige Fläche für Neuansiedlung von Betrieben genutzt werden kann. Wir brauchen aber auch neue Flächen. Auch hier gilt Flächen sind unser Kapital und Natur und wertvolle Böden sind nicht unendlich. Aus diesem Grunde ist es wichtig nochmals, und diesmal von Bürgermeister zu Oberbürgermeister, mit der Nachbargemeinde Illingen zu sprechen, mit dem Ziel einer gemeinsamen weiteren Fortentwicklung der Waldäcker in Richtung Illingen.
In den vergangenen Jahren, als problematische Jugendcliquen für Schlagzeilen sorgten, stellte sich die Frage nach der Sicherheit in Mühlacker. Andere beklagen, die Stadt wirke schmuddelig. Wie sicher und sauber ist die Stadt Mühlacker?
Die Stadt muss sauberer werden. Das liegt mir am Herzen. Hier sind die Anwohner und Nutzer ebenso gefragt, wie die Stadt selbst. Hier werde ich verstärkt mein Augenmerk darauf legen.Trotz der nicht zu entschuldigen Vorkommnisse an den Bahnhöfen in Mühlacker und Enzberg, halte ich unsere Stadt für sicher. Dennoch haben viele Bürgerinnen und Bürger den Eindruck das sei nicht so. Diese Situation will ich durch engen Kontakt mit den Polizeibehörden und durch den Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes verbessern. Nicht vergessen dürfen wir dabei aber auch die unbedingt notwendig Sozialarbeit, wie z.B. in einem Jugendtreff in Enzberg, damit wir zukünftig erst gar keine Übergriffe mehr erleben müssen.
Die Finanzkrise ist dramatisch, die Stadt kann sich nur noch das Notwendige leisten. Müssen die Bürger um ihre Infrastruktur –ums Hallen- und Freibad, um den Kulturbetrieb oder die Stadtbücherei – fürchten?
Die Finanzkrise ist wirklich sehr dramatisch. Auch die Stadt Mühlacker ist davon betroffen. Dennoch besteht kein Grund zur Panik! Niemand muss befürchten, dass das Hallen- oder Freibad geschlossen wird. Gleiches gilt für die Stadtbücherei oder um den Kulturbetrieb. Dennoch muss gehandelt werden. Unsere Infrastruktur ist auf ca. 30000 Menschen ausgelegt und auch auf deren Einkommensteuerumlage für den städtischen Haushalt. Wenn die Einwohnerzahl Mühlacker sich nicht weiter entwickelt oder sogar noch schrumpft, wie in den letzten Jahren, obwohl unsere Nachbargemeinde wachsen, wird es für jeden von uns immer teurer. Deshalb müssen schnell die Wohngebiete entwickelt werden.
Noch eine Woche bis zur OB-Wahl. Wie wird Ihr Wahlkampf in dieser Woche aussehen?
Morgen findet zunächst ab 11:00 Uhr ein Maultaschenessen im Fischerheim des Angelsportvereins am Wullesee statt. Hierzu sind alle eingeladen. Bis zur Wahl mache ich weitere Hausbesuche – verteile Spätzle – und die Wahlkampfstände an der Drehscheibe bzw. am Kelterplatz. Und dann kommen natürlich noch die Diskussionsabende mit den beiden lokalen Tageszeitungen. In jedem Fall werde ich bis zum 25. Oktober 2009 sprichwörtlich um jede Stimme kämpfen.
